Verborgene Werte erschließen: Warum industrielle Daten der beste Verbündete eines CFO sind

Wir speichern seit Jahren mehr Daten, als wir tatsächlich nutzen und zahlen dafür einen Preis. Was einst als „Dark Data“ galt, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Vermögenswert.  Mit der Weiterentwicklung von Analytik und der zunehmenden Integration von IT und OT sind industrielle CFOs heute in einer einzigartigen Position, ungenutzte Daten in messbaren finanziellen, operativen und nachhaltigkeitsbezogenen Mehrwert zu verwandeln.

Verborgene Werte erschließen: Warum industrielle Daten der beste Verbündete eines CFO sind
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Vor einem Jahrzehnt wurden laut Forrester bis zu 73 % der Unternehmensdaten als „Dark Data“ also als gespeichert, aber nicht genutzt   eingestuft. CFOs wissen, dass diese ungenutzten Daten Kosten verursachen: Speicherkosten, ökologische Kosten, denn Dark Data sollen jährlich mehr als 5,8 Millionen Tonnen CO₂ erzeugen, sowie Opportunitätskosten durch ungenutztes Potenzial. 

Dank moderner, KI-gestützter Analytik gelingt es der Industrie heute zunehmend, diese brachliegende und kostenintensive Ressource vom reinen Kostenfaktor zum Werttreiber zu entwickeln. Um das volle Potenzial ihrer Daten zu erschließen, investieren Industrieunternehmen weltweit mit hoher Dynamik in fortschrittliche Technologien und digitale Plattformen. Der globale Markt für Manufacturing Analytics soll von 19 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf über 60 Milliarden US-Dollar bis 2032 wachsen. 

McKinsey berichtet, dass diese Lösungen bei erfolgreicher Implementierung überzeugende Renditen liefern. Zu den messbaren Effekten zählen unter anderem eine Reduzierung der Maschinenstillstände um 30 bis 50 Prozent, eine Steigerung der Durchsatzraten um 10 bis 30 Prozent, Produktivitätszuwächse von 15 bis 30 Prozent sowie um 85 Prozent präzisere Prognosen.

Industrielle CFOs spielen eine entscheidende Rolle dabei, dieses Potenzial aus dem enormen, bislang unzureichend genutzten Datenbestand der Industrie freizusetzen. 

IT/OT-Integration erschließt neue Datenpotenziale 

Die fortschrittlichsten Industrie- und Fertigungsunternehmen nutzen ihre industriellen Daten bereits gezielt mithilfe von Manufacturing-Analytics-Tools, um eine Vielzahl industrieller Herausforderungen zu adressieren, darunter Anlagenoptimierung, Prozessoptimierung, vorausschauende und präventive Instandhaltung, Reduzierung von Stillstandszeiten, Vermeidung von Ausfällen sowie die Steigerung der Gesamteffizienz. 

Der zunehmende Trend zur IT/OT-Integration eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Traditionell getrennte Produktions- und Betriebsdatensätze werden neuen Tools, weiteren Datenquellen und zusätzlichen Nutzergruppen zugänglich gemacht. Industrielle CFOs erhalten damit Zugriff auf Prozessdaten in einer Form und Tiefe, die zuvor nicht möglich war. Die Leistungsfähigkeit operativer Datenanalyse reicht heute weit über die Shopfloor-Ebene, klassische Prozessoptimierung oder die Gesamtanlageneffektivität (OEE) hinaus. 

Durch die Verknüpfung industrieller, operativer und prozessbezogener Daten mit Finanzdaten können CFOs industrielle Daten auf neue Weise nutzen, strategische Entscheidungen fundierter treffen und Wertschöpfung im gesamten Unternehmen vorantreiben.

Industrielle Daten entwickeln sich damit zu einem der wirkungsvollsten finanziellen Werttreiber, da die IT/OT-Integration neue und breitere Anwendungsfelder eröffnet, maßgeblich vorangetrieben von zukunftsorientierten industriellen CFOs.

Die Rolle des industriellen CFO bei der Erschließung von Datenwerten 

CFOs sind die Hüter des strategischen Planungsprozesses und der finanziellen Steuerungsmechanismen. Diese Kombination versetzt industrielle CFOs in eine ideale Position, die digitale und analytische Transformation voranzutreiben und den Wert der industriellen Daten ihres Unternehmens systematisch zu erschließen. 

Der industrielle CFO übernimmt dabei eine zentrale Rolle in folgenden Bereichen: 

  • Definition des Wertpotenzials von Daten und Analytik sowie Verankerung digitaler Initiativen in der Gesamtstrategie des Unternehmens
  • Modernisierung der Investitionslogik, einschließlich ROI-Modelle, Stage-Gate-Prozesse und Szenariosimulationen, um datenbasierte Entscheidungsprozesse adäquat abzubilden
  • Wertorientierte Ressourcenallokation durch Identifikation der Anwendungsfelder, in denen industrielle Daten den größten wirtschaftlichen Effekt erzielen
  • Übersetzung datenbasierter Erkenntnisse in überzeugende Narrative zur Ausrichtung interner Stakeholder und zur Gestaltung einer glaubwürdigen Investorenkommunikation
  • Vorbildfunktion durch die Digitalisierung der Finanzfunktion und die Integration industrieller und finanzieller Datenströme

Doch wo genau entsteht daraus konkreter Mehrwert für Industrieunternehmen? 

Der CFO, industrielle Daten und Kostensenkung 

Industrielle CFOs können die Chance nutzen, industrielle Daten einzusetzen, um gesamte Produktionsnetzwerke zu optimieren. Mithilfe fortschrittlicher Modellierungen, die sämtliche Schritte von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb abbilden, lassen sich fundierte Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette treffen. Durch die Zusammenführung unterschiedlichster, bislang getrennter Datensätze unterstützen solche Modelle Hersteller dabei zu entscheiden, was eingekauft, was produziert und auf welche Weise gefertigt werden sollte, um die Profitabilität zu maximieren. 

Ein europäischer Hersteller setzte ein gemischt-ganzzahliges Optimierungsmodell ein, um sein Produktionsnetzwerk und seine Lieferkette zu optimieren. Das Modell umfasste mehr als 500 Variablen zur Analyse nichtlinearer Kostenkurven, über 3.000 Restriktionen in Bezug auf Produktionskapazitäten, Transport und Vertragsbedingungen sowie hunderte Produktionsschritte. Laut McKinsey konnten dadurch jährliche Einsparungen in Millionenhöhe realisiert werden. 

Der CFO, industrielle Daten und bessere Investitionsentscheidungen  

CFOs können industrielle Führungskräfte dabei unterstützen, Investitionen und Ressourcen gezielt zu priorisieren, indem sie industrielle Kennzahlen mit Finanzdaten verknüpfen und modellgestützt sowohl Risiken als auch Auswirkungen von Produktionsveränderungen bewerten.

Neben der gezielten Steuerung von Mitteln und Ressourcen dorthin, wo sie die größte Wirkung entfalten, können CFOs durch das Verständnis des Wertpotenzials bislang als „Dark Data“ betrachteter Informationen auch verbessern, wie Daten als Vermögenswert im Unternehmen und in der Bewertung am Kapitalmarkt berücksichtigt werden. So entsteht ein positiver Kreislauf der Wertrealisierung von Daten.

Laut Deloitte sind Unternehmen, die Daten als strategischen Vermögenswert behandeln und gezielt in deren Monetarisierung investieren, eher in der Lage, ihre Wettbewerber zu übertreffen und bei zentralen Kennzahlen eine zwei- bis dreifach höhere Kapitalrendite zu erzielen.

Der CFO, industrielle Daten und Risikominimierung 

Echtzeitfähige und transparente industrielle Daten versetzen CFOs in die Lage, Compliance-, Resilienz- und Risikomanagementaktivitäten zu stärken sowie die externe Berichterstattung in diesen Bereichen zu verbessern. Insbesondere durch die Verknüpfung industrieller Datensätze mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Initiativen können CFOs die Messung, Berichterstattung und Risikomodellierung unternehmerischer Nachhaltigkeit gezielt weiterentwickeln.

Der moderne industrielle CFO definiert und überwacht bereits heute Kennzahlen, die über rein finanzielle Größen hinausgehen. Diese KPIs umfassen operative und marktbezogene Indikatoren und zunehmend auch ESG- und Nachhaltigkeitskennzahlen.

Die durch industrielle Daten ermöglichte zusätzliche Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist entscheidend, um den steigenden Erwartungen von Investoren, Kunden und Lieferkettenpartnern gerecht zu werden und gleichzeitig Reputation und langfristigen Unternehmenswert nachhaltig zu stärken.

Wie erschließen industrielle CFOs den Wert von Daten?  

Während führende Unternehmen bereits gezielt Mehrwert generieren, tun sich viele Industrie- und Fertigungsbetriebe noch immer schwer damit, das enorme Potenzial ihrer Datenbestände auszuschöpfen. Laut McKinsey sind viele Organisationen auf ihrer Analytics-Reise zwei bis drei Jahre weniger weit fortgeschritten als bei ihrer allgemeinen Digitalisierung. 

Unternehmen benötigen industrielle Datenplattformen, die operative Daten nicht nur erfassen, zusammenführen und konsolidieren, sondern sich auch nahtlos in übergeordnete IT-Systeme und fortschrittliche Analysewerkzeuge integrieren lassen, um neue Datenpotenziale systematisch nutzbar zu machen. 

Die Softwareplattform zenon von COPA-DATA bildet hierfür das ideale Rückgrat industrieller Organisationen. Mit zenon lassen sich OT-Daten, IT-Systeme und Business-Software miteinander verknüpfen, Datensilos aufbrechen und eine einheitliche Datenbasis schaffen. Diese dient als Grundlage für Cashflow-Analysen, ROI-Modelle, Investitionsplanung, Risiko- und Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie Kostenoptimierung. 

Mit zenon sind technologisch versierte industrielle CFOs besser gerüstet, strategische Investitionen zu steuern und Prioritäten in den Bereichen Digitalisierung, Daten und Analytik klar zu formulieren. Eine solche unternehmensweite Analytics-Transformation erfordert jedoch Teamarbeit – von CFOs und Top-Management über Führungskräfte und Prozessingenieure bis hin zu Instandhaltung und Shopfloor. Unternehmen, die diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, maximieren den Wert, den sie aus ihren industriellen Daten freisetzen.